Cloud Com­pu­ting Trends im Ver­ar­bei­ten­den Gewerbe

Cloud Computing. Bild: © chombosan / Fotolia

Cloud Computing hat einen nachhaltigen Einfluss auf Informations- und Kommunikationstechnologien, wie die Studie zum Thema Nutzung von Cloud-Computing im verarbeitenden Gewerbe des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn beschreibt. Gerade im verarbeitenden Gewerbe wird Cloud Computing genutzt, um die vernetzte Produktion im Sinne von Industrie 4.0 umzusetzen. Dennoch liegen die Unternehmen in Deutschland im europäischen Vergleich weit hinter Ländern wie Schweden oder Finnland.

Welche Gründe könnte es dafür geben? Was zeichnet Unternehmen aus, die den Schritt in die Cloud gewagt haben und was hindert sie daran? Welche IT-Dienste werden von den Unternehmen in der Cloud vornehmlich nachgefragt?

Kleine Unternehmen digitalisieren selten interne und externe Geschäftsprozesse

Jedes fünfte Unternehmen nutzt mittlerweile kostenpflichtige IT-Dienste aus der virtuellen Wolke. Allein in den letzten zwei Jahren hat sich der Anteil der Unternehmen, die kostenpflichtige IT-Dienste aus der virtuellen Wolke beziehen, verdoppelt. Damit haben gerade die Mittelstandsunternehmen Deutschlands aufgeholt, mehr als das untere Mittelfeld im europäischen Vergleich wird damit jedoch immer noch nicht erreicht. Nichtsdestotrotz planen bereits 6% der deutschen Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes innerhalb der nächsten 12 Monate kostenpflichtige Cloud-Dienste einzuführen. Jedoch ist die Dynamik unter den größeren Unternehmen mit knapp 14 % doppelt so hoch. Damit vergrößert sich der deutliche Vorsprung der großen Unternehmen gegenüber den KMU weiter.

Chemie-. Pharma- und Elektroindustrie besonders aktiv in Cloud-Diensten

Allein 27% aller Cloud-Dienste im Verarbeitenden Gewerbe werden in der Chemie-, Pharma- und Elektroindustrie genutzt. Im Vergleich schafft es überraschenderweise der Maschinen- und Fahrzeugbau auf nur 13%. Verwunderliche, wenn man bedenkt, dass gerade dieser Industriezweig im Bereich der Industrie-4.0-Technologien sehr aktiv und generell als eine sehr innovationsstarke Branche bekannt ist.

„Software as a Service“ Dienstleistungen am beliebtesten

Cloud-Dienste sind vielfältig: Von enormem Speicherplatz über E-Mail-Verkehr bis hin zu noch größeren und komplexeren Anwendungen, sind dem Nutzer keine Grenzen gesetzt. Dennoch greifen Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes häufig nur auf sogenannte „Software as a Service“ Dienstleistungen zurück. Dabei handelt es sich um standardisierte Anwendungen, die ohne großen Aufwand direkt im Unternehmen implementiert werden können, wie zum Beispiel Textverarbeitungsprogramme. Die andere Hälfte der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes greift auf maximal einen höheren Cloud-Dienst zurück. Dabei ist die Rede von zum Beispiel Auswertungen großer Datenmengen (Big Data) und die dazu notwendige große Rechenleistung oder aber Customer-Relationship-Management Software.

Anzahl der IT-Mitarbeiter beeinflusst Cloud-Nutzung im Unternehmen

Auffällige Charakteristika von Unternehmen, die eher auf höhere Cloud-Dienste zurückgreifen, wurden durch eine multivariate Analyse festgelegt. Demnach ist es gerade die Anzahl der IT-Mitarbeiter im Unternehmen, das die Nutzung von Cloud-Diensten beeinflusst. Gerade viele IT-Mitarbeiter führen zu erhöhter Nutzung dieser Dienste. Knapp 80 % der Cloudnutzenden Unternehmen geben an, dass die Aufgabe der IT-Mitarbeiter u.a. darin besteht, die Geschäftsführung über den Mehrwert und die Bedeutung neuer Technologien für das Gesamtunternehmen zu beraten. Weitere ausschlaggebende Eigenschaften sind: Verfolgung von Digitalisierungsstrategien, Herstellung und Nutzung smarter Produkte, sowie eine erhöhte Auslandsaktivität.

Unsicherheit und Sicherheitsprobleme als Hemmnis gegenüber Cloud-Nutzung

Das Risiko von Sicherheitsproblemen, die Unsicherheit bezüglich geltendem Recht und rechtlicher Zuständigkeit und eng damit verknüpft die Unsicherheit bezüglich des geografischen Standorts der Daten sind immer noch Gründe dafür, dass Unternehmen in Deutschland verhältnismäßig selten auf Cloud-Computing zurückgreifen. Dabei sind es gerade Unternehmen, die Forschung und Entwicklung betreiben, die äußerst selten Cloud-Dienste nutzen.

Das IfM Bonn wurde im Jahr 1957 auf Initiative Ludwig Erhards von der Bundesrepublik Deutschland und vom Land Nordrhein-Westfalen als Stiftung des privaten Rechts gegründet. Aufgabe des IfM Bonn ist es, die Lage, Entwicklung und Probleme des Mittelstands zu erforschen, die Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und mit seinen Arbeiten zur Erfüllung der Aufgaben der Ressorts seiner Stifter beizutragen.

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