Neue Trei­ber der Autobranche

Neben technischen Innovationen sorgen jetzt demografische und politische Trends für Umwälzungen in traditionellen Geschäftsmodellen von Fahrzeugherstellern und Zulieferern.

Prof. Dr. Dieter Schramm, Lehrstuhlinhaber für Mechatronik an der Universität Duisburg-Essen. Bild: © Oliver Heisch

Als in den 90er-Jahren die elektronischen Benzineinspritzsysteme endgültig den Vergaser verdrängt hatten und das Fahrdynamikregelsystem ESP ein neues und wie es schien letztes Kapitel in der Beherrschung der Fahrzeugdynamik aufgeschlagen hatte, da fiel in einer Produktplanungssitzung eines Zulieferers der Automobilbranche der Satz: „Das Auto ist fertig entwickelt, was soll jetzt
noch kommen?“

Schon kurz danach
entzog die Realität mit neuartigen
Systemen zur automatischen Abstandshaltung diesem ursprünglich
von Carl Benz im Jahre 1920 geprägten Satz wieder einmal jede Grundlage. Heute erlebt die Automobilindustrie eine Flut von Innovationen. Bis vor wenigen Jahren waren Spurhalteassistenten, vollautomatische Einparksysteme oder automatisch auf- und abblendende Scheinwerfer-Steuerungen mit geregelter Lichtverteilung noch reine Zukunftsvisionen, die allenfalls in den Köpfen von Vorentwicklungsabteilungen der Automobilindustrie existierten.

Heute sind diese und weitere Innovationen längst in der Ausstattung von Serienfahrzeugen angekommen. Anders als früher ist diese Entwicklung nicht ausschließlich und vielfach noch nicht einmal maßgeblich durch die Automobilbranche selbst getrieben.

Ausschlaggebend für die Neuentwicklungen der Branche sind vielmehr Umweltgesetzgebung, die Vision eines unfallfreien Verkehrssystems sowie die rasante technische Entwicklung der Computer- und Kommunikationsbranchen. So profitieren Fahrerassistenzsysteme nicht nur von den ungebrochen rasanten Entwicklungen in der Elektronik- und Computerbranche, etwa durch immer leistungsfähigere Bildverarbeitungssoftware und -hardware, sondern werden auch maßgeblich von diesen getrieben. Diese Bereiche legen dabei eine Entwicklungsdynamik vor, von denen die Fahrzeughersteller, aber auch deren tradierte Zulieferer, nur träumen können.

Der Autor ist Lehrstuhlinhaber für Mechatronik an der Universität Duisburg-Essen, wo er sich unter anderem mit Fahrzeugdynamik, Assistenzsystemen und Simulatoren für Fahrzeuge beschäftigt. Seinen kompletten Beitrag über Entwicklungstendenzen in der Automobilwirtschaft lesen Sie in return 03/17.

Der Beitrag Neue Treiber der Autobranche erschien zuerst auf return – Magazin für Transformation und Turnaround.