Sanie­rung von Dun­kin‘ Donuts schrei­tet voran

Flaute im Donut-Geschäft. Bild: © photos.com PLUS

Nachdem bereits im August 2017 zwei Dunkin-Donuts-Franchisunternehmen Insolvenz angemeldet haben, können jetzt erste Fortschritte in der Sanierung vernommen werden.

Das Amtsgericht Charlottenburg hat am 01.10.2017 die Insolvenzeröffnung über die Vermögenswerte der S&C International Deutschland GmbH und der Will Coffee GmbH beschlossen und den Sanierungsexperten Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger, White & Case, zum Insolvenzverwalter bestellt.

Geschäftsbetrieb wird trotz Insolvenzverfahren fortgesetzt

Die beiden Unternehmen betreiben als Franchisenehmer der Systemgastronomie-Kette Dunkin‘ Donuts noch insgesamt 26 Filialen in Berlin und Leipzig sowie in Nordrhein-Westfalen. Der Geschäftsbetrieb wird auch nach Eröffnung der Insolvenzverfahren in vollem Umfang fortgesetzt, um die guten Sanierungsaussichten zu erhalten. „Für die Kunden der Dunkin‘ Donuts-Filialen hat die Insolvenzeröffnung keinerlei Auswirkungen“, betonte Insolvenzverwalter Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger. „Wir setzen die Produktion und den Filialbetrieb fort. Gleichzeitig wird das gemeinsam mit dem Management sowie der Sanierungsberatung hww erarbeitete Sanierungskonzept umgesetzt.“

Gute Aussichten für erfolgreiche Fortführung

Die S&C International Deutschland GmbH beschäftigt insgesamt 182 Mitarbeiter und betreibt einen Produktionsstandort und 17 Filialen in Berlin sowie zwei Filialen in Leipzig. Die Will Coffee GmbH mit insgesamt 55 Mitarbeitern produziert in Oberhausen und betreibt sieben Filialen in Nordrhein-Westfalen. Unter Berücksichtigung aller Sanierungsoptionen und als Ergebnis einer engen Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Franchisegeberin kommen weiterhin der Verkauf an einen Investor oder auch ein Insolvenzplan in Betracht. Nach dem aktuellen Stand des Investorenprozesses bestehen jedenfalls gute Aussichten für eine erfolgreiche Fortführung und zügige Sanierung.

Mindestlohn und Fernbusse Gründe für finanzielle Probleme

Gerade die Einführung des Mindestlohns und rückläufige Umsätze in den Bahnhöfen, dem eigentlichen Hauptgeschäft des Unternehmens, seien Gründe für die finanziellen Probleme gewesen. Mit dem steigenden Betrieb der Fernbusunternehmen, sinkt das generelle Aufkommen in Bahnhöfen. Eine Entwicklung, die Unternehmen wie die S&C International Deutschland GmbH stark beeinflussen. „Darüber hinaus hatten sich einige zuletzt eröffnete Standorte nach kurzer Zeit als unrentabel erwiesen. Diese Filialen wurden bereits wieder geschlossen“, hieß es seitens der Kanzlei weiter.

Positive Zukunftsaussichten

Zuletzt hieß es seitens der Kanzlei, dass es um die Zukunft des Unternehmens positiv stehe. „Beide Unternehmen verfügen über gute Standorte, der größte Teil der Filialen ist profitabel. Hinzu kommt, dass das Insolvenzverfahren geeignete Instrumente bietet, um die Geschäftsbetriebe nachhaltig zu sanieren.“ Schon von Anfang an, wollte der Insolvenzverwalter eng mit der US-amerikanischen Franchisegeberin zusammenarbeiten, um mögliche Sanierungsoptionen zu prüfen.

Bis dato stand der Verkauf an einen Investor oder auch ein Insolvenzplan in Frage. Welcher Weg erfolgversprechend ist, werde sich im Rahmen einer genaueren Prüfung in den nächsten Wochen zeigen. „In den Sommermonaten beginnen für die Unternehmen die umsatzstärksten Monate“, so Schulte-Kaubrügger. „Das sind grundsätzlich gute Aussichten für eine erfolgreiche Fortführung und Sanierung.“

Zum White & Case-Team unter der Federführung von Partner Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger gehören Local Partner Dr. Florian Kleinschmit und Associate Martin Neumann (alle Restrukturierung, Berlin).

Der Beitrag Sanierung von Dunkin‘ Donuts schreitet voran erschien zuerst auf return – Magazin für Transformation und Turnaround.