Tex­til­un­ter­neh­men Hecking plant die Neu­aus­rich­tung

Die beiden Betriebe wollen das Verfahren für eine Neuausrichtung nutzen. © JiSIGN / Fotolia

Der Betrieb aus Stadtlohn und die Tochterfirma aus Zittau wollen sich über ein Eigenverwaltungsverfahren sanieren.

Die Textilbranche befindet sich weiterhin in schwierigem Fahrwasser: Mit der H. Hecking Söhne GmbH & Co. KG aus Stadtlohn und der Tochterfirma Baumwollweberei Zittau (BWZ) sind nun zwei weitere Unternehmen ins Straucheln geraten. Den Firmen macht nach eigenen Angaben vor allem die Konkurrenz aus den Niedriglohnländern zu schaffen. Die Geschäftsführung hatte bereits in den vergangenen Jahren versucht, Leistung und Effizienz deutlich zu steigern – allerdings ohne den nötigen Erfolg gehabt.

Um die Betriebe nun neu und zukunftsfähig zu positionieren, habe man sich für ein Eigenverwaltungsverfahren entschieden, erklärte Geschäftsführer Heinrich-Hermann Hecking Anfang dieser Woche. Nun sollen die Betriebe saniert und der bisher eingeschlagene Restrukturierungsweg weiter forciert werden. Die 190 Mitarbeiter an den beiden Produktionsstandorten seien bereits informiert worden. Die Produktion und Belieferung der Kunden laufe unverändert weiter.

Spezialisierung statt üblicher Massenproduktion

Der Rechtsanwalt Sebastian Henneke aus Bocholt wurde zum vorläufigen Sachverwalter bestellt. Ein detaillierter Umsetzungsplan zum neuen Konzept wird zusammen mit dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp erarbeitet. Bei der Umsetzung werden die beiden Firmen durch den Restrukturierungsexperten Volker Schreck unterstützt. Schreck wird dazu in die Geschäftsführung berufen. „Die deutsche Textilindustrie agiert in einem sehr schwierigen Umfeld, in dem die Unternehmen nur durch Spezialisierungen ihre Marktstellung behaupten können. Im Rahmen der Eigenverwaltung ergeben sich Möglichkeiten, die Restrukturierung effektiver und schneller voranzutreiben“, erklärte Schreck.

Genau diese Spezialisierung soll nun im Zuge der Neuausrichtung vorangetrieben werden. „Wir haben uns weitestgehend von der Produktion üblicher Massenprodukte verabschiedet, vor allem bei den Heim- und Bekleidungstextilien. Dagegen zeigen sich erhebliche Potentiale im Bereich der technischen Textilien. Die in diesem Segment geforderten Qualitätsmaßstäbe können wir mit unserem Maschinenpark und den gut ausgebildeten Mitarbeitern sehr gut erfüllen. Deshalb werden wir uns in der Produktion weiter auf diesen Bereich fokussieren“, so Hecking.

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